Monatsrückblick September 2022

Der erste Herbstmonat September präsentierte sich in unserer Region mit einer
Mitteltemperatur von knapp 13,7 °C als um 0,6 Grad zu kühl gegenüber dem
Klimareferenzzeitraum 1961-1990. In den Septembermonaten ist die Lufttemperatur in
Dresden im Zeitraum 1961-2022 im Vergleich zu anderen Monaten langfristig um nur 0,8
Grad angestiegen.

Die Sonne schien insgesamt 142 Stunden. Das entspricht einem kleinen Minus von 3
Stunden. In den Septembermonaten hat die Sonnenscheindauer in Dresden im Zeitraum
1961-2022 durchschnittlich aber um 25 Stunden zugenommen.
Die Summe aller Einzelmessungen des Niederschlags lag im September in Coswig bei 80,0
mm. Das waren 174 % des Referenzwertes für diesen Monat. Die bisherige negative
Niederschlags-Jahresbilanz 2022 verringerte sich damit auf ein Minus von noch 83 mm. Die
Dürresituation in den tieferen Bodenschichten bis in 1.8 m Tiefe konnte durch die teils
ergiebigen Niederschläge im September nicht abgebaut werden. Nur der Oberboden bis
etwa 25 cm Tiefe wurde auch in diesem Monat ausreichend durchfeuchtet.
Dass die Durchfeuchtung tieferer Schichten in unserer Region ausblieb, wird dem
aufmerksamen Wanderer nicht verborgen geblieben sein, denn die meisten kleinen Bäche
sind bei uns nach wie vor ausgetrocknet. Trotz der positiven Niederschlagsbilanz in den
vergangenen zwei Monaten lässt sich also noch keine durchgreifende Entspannung in
Sachen Durchfeuchtung des Gesamtbodens feststellen. Hinzu kommt, dass auch in diesem
regenreichen Monat der Großraum Coswig zu den vergleichsweise niederschlagsärmsten
Gebieten in Sachsen und Deutschland gezählt werden musste (Dresden-Klotzsche 100 mm;
deutscher Durchschnitt 100 mm). Dieser in den vergangenen Jahren häufig beobachtete
Sachverhalt ist nicht nur der Elbtallage, sondern auch weiteren lokalen Faktoren
(kleinräumige Föhneffekte, vergleichsweise gewitterarme Region etc.) zuzuschreiben
(Abb.1).

Witterung in Sachsen im September 2022:
Trog-Wetterlagen in Verbindung mit dem Zustrom kühler Luft dominierten das Wettergeschehen im
September, so dass nun wieder einmal nach vielen zu warmen Monaten ein etwas zu kalter Monat registriert werden konnte. Durch die nun deutlich niedrigeren Temperaturen und die geringere Sonnenscheindauer konnte man förmlich fühlen, dass der Herbst eingezogen ist.

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Abb.1: Das Foto vom 9. September 2022 gibt die Momentaufnahme (etwa 20.30 Uhr) eines
intensiven Gewitters in Brandenburg, südwestlich von Cottbus, wieder. Zur gleichen Zeit
konnten, ebenfalls von Dresden-Klotzsche aus, auch mehrere Gewitterzellen im Raum
Bautzen beobachtet werden. Wettersituation: Im Bereich von eingeflossener Höhenkaltluft
traten in Sachsen und Brandenburg regional Schauer und Gewitter auf (Bildquelle: Wilfried
Küchler).

Autor: Wilfried Küchler