Monatsrückblick September 2021
Der Monat September war gegenüber der Referenzperiode 1961-1990 an der Wetterstation
Dresden-Klotzsche um 1,6 Grad zu warm. Mit einem Monatsmittelwert von 15,9 °C gehörte
er zu den wärmeren Septembermonaten seit 1961 (61 Jahre). Er liegt im Ranking immerhin
auf dem 11. Platz.

Es wurden 169 Sonnenstunden registriert, ein Plus von 21 Stunden gegenüber dem
offiziellen Referenzzeitraum 1961-1990. Den Rekord hält nach wie vor uneingeschränkt der
September 2006 mit 233 Stunden.

Die Summe aller Einzelmessungen des Niederschlags erreichte im September an unserer Messstelle in Coswig 23,5 mm. Damit entsprach die Monatssumme 51 % des Normalwertes für diesen Monat. Wir registrierten somit hinsichtlich der insgesamt gefallenen Niederschlagsmenge einen sehr trockenen ersten Herbstmonat. Um ein Haar hätten wir am Interkulturellen Garten Coswig (IKG) nur ca. 30 % erreicht, wie etwa auch in der näheren Umgebung, da sich am 29.09. zufallsbedingt ein extrem kleinräumiges Starkregen-Cluster unmittelbar in der Nähe des IKG entwickelte, nordwärts zog und sich später auflöste. In
diesem Gebiet fielen fast 10 mm Regen in kürzester Zeit. Nur wenige 100 m entfernt
Richtung West und Ost blieb es weitgehend trocken.

Witterungscharakteristik:
Der Monat September wurde von Beginn an vorwiegend geprägt durch Omega-Wetterlagen,
wobei über unserem Raum der Hochdruckeinfluss überwog. Dies spiegelt sich auch in der
insgesamt trockenen Witterung wider. Anfangs der 3. Septemberdekade entwickelte sich
vorübergehend über dem Nordatlantik und Nordeuropa ein für den Herbst typischer und
weitgehend zonal orientierter Jet-Stream, der auch kurzzeitig Norddeutschland tangierte. Aber schon nach dem 23.09. stellten sich wieder die „alten“ meridionalen Strömungsmuster ein. Langwellige Höhentröge prägten die Strömungsverhältnisse über dem östlichen Nordatlantik und über Osteuropa, während sich dazwischen von Mitteleuropa bis Skandinavien ein Höhenhochkeil erstreckte (Abb.1). Omega-Wetterlagen verhinderten nun wieder das Übergreifen wetterwirksamer Störungen. Die Trockenheit setzte sich bis in den Oktober hinein somit fort.

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Abb.1: Omega-Lage (gut erkennbar ist die typische Omega-Form des Hochs über
Skandinavien) am 28.09.2021 (Quelle: Berliner Wetterkarte).

Autor: Wilfried Küchler