Monatsrückblick Oktober 2021

Der Monat Oktober war gegenüber der Referenzperiode 1961-1990 an der Wetterstation
Dresden-Klotzsche um 0,4 Grad zu warm. Mit einem Monatsmittelwert von 10,2 °C gehörte
er damit zu den eher durchschnittlichen Oktobermonaten seit 1961. Er nimmt im Ranking
seit 1961 den 26. Platz ein.
Es wurden 166 Sonnenstunden registriert, ein Plus von 47 Stunden gegenüber dem
offiziellen Referenzzeitraum 1961-1990. Wir haben damit in unserer Region einen sehr
sonnenscheinreichen Oktobermonat (Rekord seit 1961) erlebt. Durchschnittlich schien die
Sonne an 5,4 Stunden pro Tag.
Die Summe aller Einzelmessungen des Niederschlags erreichte im Oktober an unserer
Messstelle in Coswig lediglich 5,8 mm (ein Minus von 34,2 mm). Damit entsprach die
Monatssumme knapp 15 % des Normalwertes für diesen Monat. Wir registrierten somit
hinsichtlich der insgesamt gefallenen Niederschlagsmenge nun nach dem schon sehr
trockenen September einen außerordentlich trockenen zweiten Herbstmonat. Unsere
Niederschlagsmessstelle in Coswig erwies sich zudem als eines der absoluten
„Schlusslichter“ in Deutschland (Abb.1). Selbst in Dresden-Klotzsche und Garsebach konnten
etwas höhere Werte (jeweils 13 mm) gemessen werden; der Mittelwert für Deutschland
betrug etwa 40 mm.

Witterungscharakteristik:
Vorwiegend bestimmten meridionale Strömungsmuster die Witterung in Sachsen.
Langwellige Höhentröge entwickelten sich wiederholt über dem östlichen Nordatlantik. Im
Laufe des 21. Oktober griff ein Sturm- und Orkantief auf Mitteleuropa über (Abb.2). In
Dresden-Klotzsche erreichten Windspitzen bis 120 km/h. An dieser Station ist es in der seit
1960 bestehenden Reihe die höchste bislang beobachtete Windgeschwindigkeit im Oktober.
In anderen Stadtteilen Dresdens wurden auch noch stärkere Orkanböen bis zu 135 km/h
beobachtet. In Verbindung mit dem Durchgang des Sturmtiefs traten in unserer Region
durch Föhneffekte keine nennenswerten Niederschläge auf.

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Abb.2: Das am 21. und 22.10.2021 nach Nordosten ziehende Sturmtief Hendrik verursachte
örtlich schwere Schäden (Quelle: Berliner Wetterkarte).

Autor: Wilfried Küchler