Monatsrückblick Mai 2022

Der Frühlingsmonat Mai präsentierte sich in unserer Region nach dem zu kalten April mit
einer Mitteltemperatur von 15,7 °C als um 2,6 Grad zu warm gegenüber dem
Klimareferenzzeitraum 1961-1990. Damit war es immerhin der viertwärmste Mai seit 1961.
Die Sonne schien insgesamt 289 Stunden. Das entspricht einem deutlichen Plus von 91
Stunden. Der Mai erreichte damit hinsichtlich „erbrachter“ Sonnenstunden den 4. Platz im
Ranking aller Maimonate seit Messbeginn.

Last but not least gab es aber einen Wermutstropfen, den wir nicht aussparen können – der
vergangene Mai war erheblich zu trocken. Die Summe aller Einzelmessungen des
Niederschlags lag im Mai in Coswig bei lediglich 18,0 mm. Damit entsprach die
Monatssumme nur 30 % des Referenzwertes für diesen Monat. Die bisherige Niederschlags-
Jahresbilanz 2022 kommt damit nun auf ein Minus von 50 mm. Das Frühjahr 2022 war
insgesamt um -78 mm zu trocken.

Unser im Blickpunkt stehendes Gebiet Meißen-Coswig-Radebeul erwies sich abermals als
eine der trockensten Regionen in Sachsen. Aktuell zeigt der Dürremonitor des
Umweltforschungszentrums Halle-Leipzig, dass sich die anhaltende außergewöhnliche Dürre
des Erdbodens bis in 1.8 m Tiefe wieder verstärkt hat. Von Entwarnung kann nach wie vor
keine Rede sein.

Witterungsverlauf:

In der ersten und zweiten Dekade des Monats Mai verlief die Frontalzone (Jetstream)
nördlich unseres Raumes, während über Mitteleuropa unter dem vorwiegendem Einfluss
von Höhenhochs trockenes Wetter vorherrschte. Erst etwa Mitte des Monats brachte uns
das von West nach Ost ziehende kleine Bodentief BORA verbreitet nennenswerte
Niederschläge von mindestens 5 mm. Im Landkreis Leipzig fielen sogar teils mehr als 30 mm
Regen. Im Laufe der letzten Monatsdekade bildete sich vorübergehend eine zonal
verlaufende westliche Höhenströmung aus, die aber sehr schnell wieder von einer
hochgradig gestörten Zirkulation (Blockierung) abgelöst wurde (Abb.1).

april2022_edited.jpg

Abb.1: Höhenwetterkarte für 500 hPa vom 30. Mai 2022: Die Karte zeigt im gesamten
Kartenausschnitt mehrere, vom Grundstrom abgekoppelte Höhentiefs und blockierende, sehr weit
nach Norden verschobene Höhenhochs (Bildquelle: Berliner Wetterkarte / FU Berlin).

Autor: Wilfried Küchler