Monatsrückblick Januar 2022

Der Hochwintermonat Januar präsentierte sich in unserer Region deutlich zu mild, zu
sonnenscheinarm (sehr trüb) und relativ feucht.

Der Monat war gegenüber dem Klimareferenzzeitraum 1961-1990 mit einer
Mitteltemperatur von 2,7 °C um 3,4 Grad zu warm. Es gab nur unterdurchschnittlich viele
Frosttage (Minimum der Lufttemperatur unter 0 °C) und keinen einzigen Eistag
(Tagesmaximum der Lufttemperatur unter 0 °C). Abb.1 veranschaulicht den Verlauf der
beiden Temperaturgrößen.

Die Sonne schien insgesamt nur 34 Stunden. Das entspricht einem Minus von 21 Stunden.
Die Summe aller Einzelmessungen des Niederschlags erreichte im Januar in Coswig 54,4
mm. Damit entsprach die Monatssumme immerhin 142 % des Normalwertes für Januar. Wir
registrierten somit einen relativ feuchten Wintermonat. Die Niederschlags-Jahresbilanz 2022
beginnt damit mit einem Plus von 16 mm.

Witterungsverlauf:

Westwetterlagen bzw. Hochdruckgebiete über West- und Mitteleuropa mit hochnebelartiger Bewölkung und der Neigung zu Sprühregen prägten die Witterung in unserer Region.

Lediglich ein heiterer Tag (am 19.1.) wurde registriert, an dem wir in Verbindung mit einer
Südwestströmung vom Lee-Effekt (Föhn) des Erzgebirges mit 7 Stunden Sonnenschein
profitierten. Stabile Hochdruckwetterlagen in Verbindung mit Inversionen (Temperaturumkehr in der Höhe) im Winter bedeuten oft und gerade im Tiefland kein schönes Wetter. Es ist dann grau in grau und als Zugabe tritt oft sogar noch Nieselregen auf. Dies war auch im Hochwintermonat Januar der Fall. Nur in den höheren Lagen der Mittelgebirge oberhalb der Inversion gab es reichlich Sonnenschein.

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Abb.1: Temperaturverlauf im Januar 2022 an der DWD-Station Garsebach bei Meissen

Autor: Wilfried Küchler