Rückblick Frühjahr 2021

​Das Frühjahr 2021 war insgesamt mit einer Mitteltemperatur von 7,6 °C gegenüber dem
Referenzzeitraum 1961-1990 um 0,7 Grad zu kalt (März zu warm; Monate April und Mai
deutlich zu kalt). Bezieht man sich hingegen auf den unmittelbar zurückliegenden und
ebenfalls 30-jährigen Zeitraum 1991-2020, erhält man ein viel deutlicheres Minus von – 1,85
Grad. Ein Vergleich beider Angaben miteinander bringt den erheblichen Temperaturanstieg
infolge des Klimawandels in den letzten 30 Jahren zum Ausdruck.

Hinweis: In vielen Medien und Witterungsberichten wird aktuell leider ein neuer
Bezugszeitraum (1991-2020) zugrunde gelegt. Das ist prinzipiell nicht falsch, führt aber zu
erheblichen Irritationen, weil dann beispielsweise die publizierten Anomalien früherer Jahre
absolut nicht mehr vergleichbar mit diesen aktuellen Angaben sind. In Zeiten des
stattfindenden rasanten Klimawandels ist es stattdessen angebracht, den noch gültigen
Referenzzeitraum 1961-1990 weiter beizubehalten, zumal dieser in etwa die mittleren
Temperaturverhältnisse im vergangenen 20. Jahrhundert in Mitteleuropa gut widerspiegelt.
So können wir die aktuellen Veränderungen weit besser erkennen und beurteilen. Die von der
NASA in der USA berechneten globalen Klimadaten beziehen sich übrigens unverändert und
sinnvollerweise auf den alternativen Referenzzeitraum 1951-1980, um das globale Klima im
20. Jahrhundert bestmöglich zu charakterisieren.

Mit einem leichten Plus von 11 Stunden können wir die Sonnenscheindauer im Frühjahr
2021 gegenüber dem Referenzzeitraum 1961-1990 als etwa durchschnittlich betrachten. Im
Vergleich mit 1991-2020 erhält man hingegen ein sattes Minus von 72 Stunden. Hier zeigt
sich analog zu dem oben erwähnten Sachverhalt bezüglich Lufttemperatur, dass auch für die
Sonnenscheindauer in den vergangenen 30 Jahren eine markante Zunahme konstatiert
werden kann.

Das Frühjahr 2021 war mit 133 mm in Dresden-Klotzsche zu trocken (- 24 mm). Der
berechnete Wert entspricht auch nahezu dem an unserer Messstelle im Interkulturellen
Garten in Coswig gemessenen Wert (- 21 mm). Im Vergleich mit 1991-2020 erhält man
hingegen ein schwächeres Minus (– 8 mm). Die Frühjahrsniederschläge zeigen damit
zumindest in unserer Region eindeutig eine rückläufige Tendenz (Abb.1). Trendanalysen
zeigen, dass die Frühjahrsniederschläge im Zeitraum 1961-1990 im Mittel um ca. 40 mm
abgenommen haben.

Beachtet werden sollte dabei, dass Aussagen zum Niederschlag prinzipiell mit Vorsicht zu
betrachten sind, da sie räumlich und zeitlich sehr variieren. Insbesondere durch lokale
Schauer und Gewitter in der wärmeren Jahreszeit sind markante Abweichungen immer
wieder zu beobachten. Nur Analysen über längere Zeit und zusätzliche Vergleiche mit
Nachbarstationen und -regionen erlauben weitgehend gesicherte Aussagen. So ist die
Abnahme der Frühjahrsniederschläge nicht nur bei uns, sondern auch in weiten Teilen
Deutschlands zu beobachten, wobei insbesondere der im Mittel immer wärmere und
trockenere April der Natur sowie der Land- und Forstwirtschaft große Probleme bereitet.
Fazit: Das Frühjahr 2021 war in der Region Coswig-Radebeul zu kalt, zu trocken und in etwa
sonnenscheinnormal.

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