Monatsüberblick April 2020

Der Monat April war der sonnenscheinreichste April seit Beginn der Aufzeichnungen. Er erwies sich darüber hinaus in Coswig als extrem trocken (vergleichbar nur mit dem Ausnahmeapril 2007). Durch das häufige Vorherrschen trockener Kaltluft traten in diesem Frühlingsmonat mehr Frosttage auf als in den vorangegangenen Wintermonaten.

Die Summe aller Einzelmessungen des Niederschlags im Monat Februar ergab einen Wert von 1.5 mm. Damit entsprach die Niederschlagsmenge nur 3 % des Normalwertes für April. Verglichen mit dem Normalwert für 1961-1990 ergab sich für den April eine Abweichung von -47 mm. Damit erhöhte sich das ab 1. Januar 2018 berechnete summarische Niederschlagsdefizit im Raum Coswig von -349 mm auf -396 mm.

Wie bereits im März kam es im April häufig zu sogenannten Omega-Wetterlagen. Wir gelangten in den Einflussbereich von Hochdruckgebieten, die die Westströmung blockierten. Auch in diesem Monat konnten somit großräumige und ergiebige Niederschläge in Sachsen nicht verzeichnet werden. Gegen Monatsende gab es örtliche Schauer, die aber die kritische Dürresituation in keiner Weise mindern konnten.

Monatsüberblick März 2020
Die Summe aller Einzelmessungen des Niederschlags im Monat März ergab einen Wert
von 22.3 mm. Damit entsprach die Niederschlagsmenge nur 60 % des Normalwertes für
März. Der erste Frühlingsmonat war damit sehr trocken. Zur Monatsmitte entwickelte sich
eine die Westströmung blockierende Wetterlage; bedeutende Niederschläge konnten bis
Monatsende somit nicht mehr verzeichnet werden.
Verglichen mit dem Normalwert für 1961-1990 ergab sich für den März eine Abweichung
von -15 mm. Damit erhöhte sich das ab 1. Januar 2018 berechnete erhebliche
Niederschlagsdefizit im Raum Coswig von -334 mm auf -349 mm.

Monatsüberblick Februar 2020
Die Summe aller Einzelmessungen des Niederschlags im Monat Februar ergab einen Wert
von 86.5 mm. Damit entsprach die Niederschlagsmenge immerhin 261% des Normalwertes
für Februar. Dieser Wintermonat war damit sehr feucht. Im Einflussbereich eines auch in der
Höhe ausgeprägten Tiefdruckgebietes kam es insbesondere Anfang Februar zu ergiebigen
Regenfällen (36 mm), die die anhaltende trockene Winterwitterung beendeten.
Verglichen mit dem Normalwert für 1961-1990 ergab sich für den Februar eine Abweichung
von +53 mm. Damit verringerte sich das ab 1. Januar 2018 berechnete erhebliche
Niederschlagsdefizit im Raum Coswig von -387 mm auf -334 mm.

Rückblick Winter 2019/20
Der Winter 2019/20 war der zweitwärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Noch
wärmer war es nur im Winter 2006/07. Beim Niederschlag zeigten sich regional große
Unterschiede. In Coswig war die Niederschlagsbilanz des vergangenen Winters nahezu
ausgeglichen (Überschuss lediglich +2 mm). Dieser warme Winter erwies sich in unserem
Raum also summarisch gesehen keineswegs als zu nass, wie in vielen anderen Regionen
Deutschlands.

Einschätzung der momentanen Situation im Raum Coswig

Betrachtet man die Abweichung der Niederschlagssumme vom Mittelwert an einem bestimmten Ort in einem bestimmten Zeitraum, den sogenannten standardisierten Niederschlagsindex (Standard Precipitation Index, SPI), so gibt dieser einen Hinweis, in welchen Gebieten zu wenig Niederschlag Dürre bedeutet. Für landwirtschaftlich relevante Perioden von 6 Monaten lag dieser bis Ende März 2020 in Deutschland dank des zu nassen Februar größtenteils im positiven Bereich, nur in Sachsen und Teilen Bayerns wiesen negative Werte auf eine erneut auflebende Dürresituation hin, die sich nun bis Anfang Mai sogar noch erheblich verschärft hat. In Sachsen sind gegenwärtig drei Regionen aufgrund jüngst ausgebliebener Regenfälle nun besonders betroffen von der Trockenheit im Oberboden: Leipziger Raum, Landkreis Zwickau und Region Meißen-Coswig-Radebeul.

Aktuell zeigt der Dürremonitor des Umweltforschungszentrums Halle-Leipzig, dass sich die seit den letzten Jahren anhaltende außergewöhnliche* Dürre des Erdbodens bis in 1.8 m Tiefe in weiten Teilen Mitteldeutschlands fortgesetzt hat. Der anfangs noch von Februarniederschlägen herrührende Feuchtigkeitsgehalt des Oberbodens wurde vielerorts weitgehend aufgebraucht und steht nun für den infolge Blattaustrieb erhöhten Wasserbedarf der Bäume und Sträucher nicht mehr zur Verfügung.

Die Hoffnung auf intensive Regenfälle bei uns bleibt bestehen. Aktuell vorliegende Prognosen lassen jedoch vorerst nur wenig Optimismus zu.



* Wir unterscheiden 5 Schärfegrade der Dürre (ungewöhnlich trocken -> moderate Dürre -> schwere Dürre -> extreme Dürre -> außergewöhnliche Dürre)

 

                                           INTERKULTURELLER GARTEN COSWIG e.V.                                                         

​Autor:Taslima Sayed